Die kurze Antwort: nein – und das ist gut zu wissen
Gesundheitsbehörden sprechen nicht von einer schmerzfreien Geburt. Sie sprechen davon, Schmerzen zu lindern, die Entscheidungen jeder Frau zu respektieren und eine positive Geburtserfahrung zu ermöglichen. So lautet sogar der Titel der WHO-Empfehlungen zur Betreuung unter der Geburt (WHO, 2018).
Selbst die PDA, die wirksamste Methode, lindert nicht immer vollständig. In der französischen nationalen Perinatalerhebung 2021 bewerteten von den Frauen, die bei einem vaginalen Geburtsversuch eine PDA erhielten, 19,6 % sie als wenig oder nur teilweise wirksam und 3,6 % als völlig unwirksam (ENP, 2021). Jedes Versprechen einer schmerzlosen Geburt, gleich aus welcher Quelle, verdient deshalb Ihre Skepsis.
Schmerz, Angst und Erleben: was belegt ist
Geburtsschmerz ist nicht nur eine körperliche Empfindung. Die britische Leitlinie verlangt von Fachkräften zu berücksichtigen, dass jede Frau Schmerz auf ihre eigene Weise erlebt und ausdrückt, abhängig von Kultur, Überzeugungen und Lebenssituation (NICE, 2023).
Angst vor der Geburt ist häufig. Eine 2026 veröffentlichte Metaanalyse von 67 Studien schätzt, dass etwa jede sechste Frau eine starke Geburtsangst hat, mit sehr großen Unterschieden je nach Land und Fragebogen. Eine frühere belastende Geburt, Angst- oder Depressionssymptome und zu wenig Unterstützung im Umfeld gehören zu den damit verbundenen Faktoren (Maghalian et al., 2026).
Lässt sich diese Angst verringern? Eine Übersichtsarbeit über 18 Studien kommt zu dem Schluss, dass Geburtsvorbereitung die Geburtsangst und die empfundene Schmerzintensität senken könnte, hält die Studien aber für zu schwach für ein endgültiges Urteil (Alizadeh-Dibazari et al., 2023). Ein ernsthafter Ansatz, keine Garantie. Hier setzt Amélies Arbeit an: Ängste benennen, ihrer Herkunft nachgehen und beunruhigende Bilder nach und nach durch konkretes Wissen über den Ablauf der Geburt ersetzen.
Schmerzen lindern: die anerkannten Möglichkeiten
Die WHO empfiehlt die PDA für gesunde Frauen, die unter der Geburt Schmerzlinderung wünschen, je nach ihren Präferenzen (WHO, 2018). Die deutschsprachige S3-Leitlinie zur vaginalen Geburt am Termin hält fest, dass neuraxiale Verfahren wie die PDA als effektivste Methode der geburtshilflichen Analgesie gelten (AWMF, 2020). In Frankreich erhielten 2021 82,7 % der Frauen mit vaginalem Geburtsversuch eine PDA (ENP, 2021).
Im Vergleich zu Opioiden lindert die PDA stärker, und Frauen sind häufiger mit ihr zufrieden. Sie hat aber auch Wirkungen, die man kennen sollte: Blutdruckabfall, Fieber, eingeschränkte Beweglichkeit und eine längere Austreibungsphase (Anim-Somuah et al., 2018). Das lässt sich vor dem Geburtstermin mit dem betreuenden Team besprechen.
Es gibt weitere Möglichkeiten: Medikamente als Injektion oder zum Einatmen sowie Methoden ohne Medikamente wie Bewegung und Positionswechsel, Bad oder Dusche und Massage. Die Leitlinie empfiehlt, Frauen zu unterstützen, die Massagetechniken ihrer Begleitperson nutzen möchten (AWMF, 2020). In Frankreich nutzte 2021 fast jede zweite Frau mindestens eine Methode ohne Medikamente, allein oder zusätzlich zur PDA (ENP, 2021).
Vorbereitung und PDA schließen sich nicht aus. Man kann sich vorbereiten und hoffen, ohne PDA auszukommen, unter der Geburt seine Meinung ändern oder sie von Anfang an einplanen: Keiner dieser Wege ist ein Scheitern. Entscheidend ist, informiert zu wählen und sich begleitet zu fühlen.
Atmung und Entspannung: was Studien zeigen
Die WHO empfiehlt Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atmung, Musik oder Achtsamkeit für Frauen, die Schmerzlinderung wünschen, je nach ihren Präferenzen. Sie schätzt den erwarteten Effekt jedoch als gering und die Evidenz als sehr unsicher ein (WHO, 2018). Die S3-Leitlinie empfiehlt, Frauen, die Atem- und Entspannungstechniken einsetzen möchten, in ihrer Entscheidung zu unterstützen (AWMF, 2020).
Der Cochrane-Review zu diesen Techniken weist in dieselbe Richtung: Entspannung, Yoga und Musik könnten Schmerzen verringern und die Zufriedenheit mit der Schmerzlinderung erhöhen, bei Evidenz niedriger bis sehr niedriger Qualität (Smith et al., 2018). Mit anderen Worten: Diese Werkzeuge können helfen, durch die Wehen zu kommen; schmerzlos machen sie sie nicht.
Sie haben auch einen Wert, den keine Schmerzskala misst: Sie geben Ihnen beiden gemeinsam etwas zu tun, wenn die Intensität steigt. Deshalb werden sie zu zweit gelernt und geübt, lange vor der Geburt.
Der Partner und kontinuierliche Begleitung
Das ist eines der beständigsten Ergebnisse zu diesem Thema. Laut einem Cochrane-Review von 26 Studien mit fast 16.000 Frauen greifen Frauen mit kontinuierlicher Unterstützung unter der Geburt etwas seltener zu Schmerzmitteln und berichten seltener von einem negativen Geburtserleben (Bohren et al., 2017). Die Evidenz ist von niedriger Qualität, und die untersuchte Unterstützung kam oft von einer geschulten Person, nicht nur vom Partner.
Die WHO empfiehlt, dass jede Frau während der gesamten Geburt von einer Person ihrer Wahl begleitet werden kann (WHO, 2018). Die S3-Leitlinie empfiehlt Begleitpersonen nach Wahl der Frau und ab der aktiven Eröffnungsphase eine Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme (AWMF, 2020). Auch die Rolle des Partners lässt sich vorbereiten:
- die Phasen der Geburt kennen, um sie nicht erst am Tag selbst zu entdecken;
- die Atmung mit Stimme oder Berührung begleiten, wenn die werdende Mutter das möchte;
- für Ruhe im Raum sorgen und die Verbindung zum Team halten;
- da sein, ohne alles lösen zu wollen.
Geburtsvorbereitung: der erste Schritt
In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für 14 Stunden Geburtsvorbereitung; in den Kursen erhalten werdende Mütter und ihre Partnerinnen oder Partner Informationen über Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit dem Kind (gesund.bund.de, 2025). Fragen Sie Ihre Hebamme danach: Das ist die Grundlage, jede weitere Vorbereitung kommt ergänzend hinzu.
Was die Méthode Souffle anbietet
Die Méthode Souffle ist die von Amélie Paterne entwickelte Methode zur mentalen Geburtsvorbereitung für Paare. Ihr Ziel ist es, Ihnen zu helfen, der Geburt gemeinsam gelassener zu begegnen, ergänzend zur medizinischen Betreuung. Die Sitzungen behandeln Vorstellungen und Überzeugungen rund um die Geburt, Atmung, Visualisierung und Entspannung, Befürchtungen und Gefühle sowie die Rolle des Partners.
Sie verspricht keine schmerzfreie Geburt, und keine ehrliche Vorbereitung kann das. Die Sitzungen finden per Videocall statt, wo auch immer Sie leben, oder in Brive-la-Gaillarde (Frankreich).
Die Méthode Souffle entdeckenMöchten Sie zu zweit darüber sprechen?
Das erste Gespräch mit Amélie ist kostenlos und dauert 30 Minuten: Zeit für Ihre Fragen und um herauszufinden, ob diese Vorbereitung zu Ihnen passt.
Quellen
Quellen abgerufen am 30. September 2026.
- WHO (2018). WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. Empfehlungen 3, 19 und 21. who.int/publications/i/item/9789241550215
- AWMF (2020). S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin, Registernummer 015/083, Kurzfassung, Empfehlungen 4.1, 4.3, 6.2, 6.3 und 6.16. register.awmf.org/assets/guidelines/015-083k_S3_Vaginale-Geburt-am-Termin_2021-01_1.pdf
- Inserm, DREES, Santé publique France (2022, aktualisiert 2023). Enquête nationale périnatale (ENP), Bericht 2021, Tabellen 34 und 35 (französisch). enp.inserm.fr/wp-content/uploads/2023/09/ENP2021_Rapport_MAJ_Juin2023.pdf
- Anim-Somuah M. et al. (2018). Epidural versus non-epidural or no analgesia for pain management in labour. Cochrane Database of Systematic Reviews. doi.org/10.1002/14651858.CD000331.pub4
- Smith C. A. et al. (2018). Relaxation techniques for pain management in labour. Cochrane Database of Systematic Reviews. doi.org/10.1002/14651858.CD009514.pub2
- Bohren M. A. et al. (2017). Continuous support for women during childbirth. Cochrane Database of Systematic Reviews. doi.org/10.1002/14651858.CD003766.pub6
- Maghalian M. et al. (2026). Global prevalence and associated factors of severe fear of childbirth: a systematic review and meta-analysis. Archives of Women’s Mental Health. doi.org/10.1007/s00737-025-01648-0
- Alizadeh-Dibazari Z. et al. (2023). The effect of prenatal education on fear of childbirth, pain intensity during labour and childbirth experience. BMC Pregnancy and Childbirth. doi.org/10.1186/s12884-023-05867-0
- gesund.bund.de (Stand 01.12.2025). Geburt: Infos und Tipps zur Vorbereitung. gesund.bund.de/geburtsvorbereitung
- NICE (2023, aktualisiert 2026). Intrapartum care (NG235), Empfehlung 1.6.2. nice.org.uk/guidance/ng235/chapter/Recommendations